Inhalt: Darum geht's in diesem Beitrag
- Nach der Pandemie ging es für die Branche bergab
- Geschäftsführung wahrt Understatement
- Versprechen einhalten, auf die sich Kunden verlassen
- Günstigere Konkurrenten am Markt
- Komplexe Schweißverfahren, die sonst niemand konnte
- Qualität von Anfang an unter Beobachtung
- Material aus Deutschland
- Nicht jeder Händler soll die Produkte verkaufen dürfen
- Festhalten an Made in Germany
Im Sommer 1981 fuhr Hartmut Ortlieb mit dem Fahrrad durch England. Es regnete oft, England halt, sein Gepäck wurde nass. Nachts musste er in einen feuchten Schlafsack schlüpfen. Es ging ja nicht anders. Oder doch?
Einmal fuhr ein Lkw an ihm vorbei. Ortlieb musterte die Plane, die die Ladung trocken hielt. Dann kam ihm eine Idee: Würde man eine Tasche aus Lkw-Plane nähen, könnte der Regen dem Gepäck bestimmt nichts anhaben. Bislang waren Radtaschen zum Beispiel aus gewachster Baumwolle gemacht. Die hielten dem Regen nicht dauerhaft stand.
Zurück in Deutschland setzte er sich an die Nähmaschine seiner Mutter und machte sich an die Arbeit. Taschen aus reißfestem und PVC-beschichtetem Material waren damals eine Weltneuheit.
So soll sich die Gründungsgeschichte der Marke Ortlieb zugetragen haben, PR-Manager Peter Wöstmann erzählt sie bei einem Firmenbesuch von impulse am Unternehmenssitz im fränkischen Heilsbronn, der Heimat des heute 64-jährigen Gründers Hartmut Ortlieb.
Nach der Pandemie ging es für die Branche bergab
In Heilsbronn produziert das Unternehmen heute zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Taschen im Jahr und verkauft sie in die ganze Welt. Sie hängen an Rädern in Berlin-Mitte genauso wie an Mountainbikes in den Alpen, Tourenrädern in Taiwan oder in den USA. Für viele Radsportler ist Ortlieb erste Wahl, weil die Taschen als langlebig gelten, stabil sind und allem voran wasserdicht.
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